Vortrag-Diskussion: Der Kampf der Frauen um das Recht auf Land

Während des sozialen, politischen und bewaffneten Konflikts in Kolumbien wurden unterschiedlichste Menschenrechtsverletzungenbegangen, deren häufigste Opfer historisch ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen, wie Frauen aus bäuerlichen, afrokolumbianischen und indigenen Gemeinden, sind. Sie müssen nicht nur direkt unter dem Konflikt leiden, sondern sind, insbesondere in den ländlichen Regionen, auch anderen Rechtsverletzungen ausgesetzt, wie der faktischen Ungleichbehandlung im Hinblick auf den Zugang zum Besitz, der Nutzung, Kontrolle und dem Schutz von Land. Dies verletzt ihr Recht auf Gleichberechtigung und behindert ihren Zugang zu den Mechanismen der Rückübereignung von im Zusammenhang des bewaffneten Konflikts geraubtem Land.

Um einen Einblick in dieses für die kolumbianischen Frauen fundamental wichtige Thema zu gewähren und seine Konsequenzen für die Schaffung und Stabilisierung eines Friedens im Land zu verdeutlichen, lädt die Kolumbienkampagne Berlin ein zu einem Vortrag/Diskussion mit:

Claudia Erazo Maldonado

Sie ist Anwältin und Direktorin der MenschenrechtsorganisationCorporación Jurídica Yira Castro in Bogotá. Als Anwältin und Menschenrechtsverteidigerin unterstützt sie die Opfer schwerer Menschenrechtsverletzungen gegenüber nationalen und internationalen Rechtsinstanzen in Fragen ihres Rechts auf Wahrheit,Gerechtigkeit und umfassende Wiedergutmachung. Es geht dabei vor allem um gewaltsame Vertreibung, Landraub und damit in Zusammenhang stehende außergerichtliche Hinrichtungen. Im Rahmen der Begleitung der Opfern und ihrer Organisationen und ihrem Empowerment führt sie Schulungen zu Menschenrechtsfragen durch.

Der Vortrag wird auf Spanisch sein. Bei Bedarf wird es eine Flüsterübersetzung geben.

Ort: FDCL e.V., Mehringhof, Aufgang 3, 5.Stock Gneisenaustraße 2a, 10961 Berlin

Datum: 5 Dezember 2017

Uhrzeit: 19:00 bis 21:00 Uhr

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Nach 14 Tagen Waffenstillstand: Fast jeden Tag einer ermordeter Aktivist in Kolumbien

uso_attentatSeit der Verkündigung des „definitiven“ bilateralen Waffenstillstandes Ende August, haben folgende Bedrohungen und Ermordungen gegen soziale Aktivisten, Indigene und Menschenrechtsverteidiger/innen stattgefunden:

Am Freitag dem 26 August 2016, drei Tage vor dem endgültigen Waffenstillstandes zwischen FARC-EP und der kolumbianischen Regierung, wird der 50 jährige Camilo Roberto Taicus Bisbicus, Awá-Indigene und Aktivist aus dem Resquardo Hoja la Turbia, ermordet.

Am selben Tag hat die Organisation „Construyendo Poder y Democracia“ (Herstellen von Macht und Demokratie), die Existenz eines Planes von kriminellen Vereinigungen zur Ermordung der Menschenrechtlerin Judith Maldonado, öffentlich denunziert. Weiterlesen