Bedrohung als Dauerzustand. Erneute Morddrohungen gegen den Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten Guillermo Pérez

Autor: Sascha Jablonski

Seit nun 20 Jahren lebt Guillermo Pérez unter ständigen Bedrohungen durch paramilitärische Gruppen. Der heute 41-Jährige wurde zum ersten Mal 1997 bedroht, als er sich bei der Organisation einer Demonstration gegen das Goldabbauvorhaben eines transnationalen Unternehmens im Departament Cesar engagierte. Er selbst sagt von sich, „ich habe mich nie dazu entschieden ein politische Führungsfigur zu werden“. Als Kleinbauer hätten ihn vielmehr die Lebensumstände dazu gebracht, sich sozial und politisch zu engagieren, sowie gemeinsam mit anderen Ideen und Projekte zu entwickeln, um für das Fortbestehen und Überleben in seiner Region zu kämpfen: Weiterlesen

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Gefährdet neuer Präsident von Kolumbien die Friedensprozesse?

Von | amerika21 https://amerika21.de/2018/06/204392/duque-gegen-frieden-kolumbien

Iván Duque will Friedensabkommen mit Farc ändern. Analysten befürchten Risiko für Verhandlungen mit ELN-Guerilla. Amnesty International „besorgt“

Bogotá. Nach dem Wahlsieg des rechten Kandidaten Iván Duque aus dem Lager des ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe werden Bedenken über den Fortgang der Friedensprozesse in Kolumbien laut. Duque und Uribe sind erklärte Gegner der Abkommen und Verhandlungen, beide hatten in der Vergangenheit immer wieder massiv gegen die Gespräche mit den beiden größten Guerillagruppen gewettert.

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Bajo Cauca: Ein Krieg, über den niemand spricht

Der spanische Originaltext ist am 6. Mai 2018 auf Colombia Informa erschienen.
Übersetzung: Hans-Peter Schmutz

Zurzeit findet im Gebiet des Bajo Cauca (1) ein Krieg statt. Zwei paramilitärische Gruppierungen streiten sich um ein Territorium, in dem bis vor Kurzem Ruhe zu herrschen schien. Mehrere Blöcke der Autodefensas Gaitanistas de Colombia (AGC) – auch Clan de Golfo genannt – kämpfen um ein Gebiet, welches sie sich jahrzehntelang mit den Los Caparrapos, einer anderen paramilitärischen Gruppe, teilten.  

Bis zum vergangenen Jahr waren diese beiden Gruppen Partner. Sie führten ihre Aktionen so durch, dass die Grenzen der jeweils andern Gruppe respektiert wurden. Doch verkaufte Los Caparrapos ihre Zone an La Oficina de Envigado (2), ein Geschäft, welches dem Clan de Golfo nicht gefiel.

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Ermordung von drei sozialen Aktivisten in weniger als einer Woche

Drei Ermordungen wurden in weniger als einer Woche in Kolumbien gemeldet. Es handelt sich um Holman Mamian, Mitglied von ASOINCA, ermordet im Cauca Departement; Francisco José Guerra, Leiter der gemeinschaftlichen Aktionen der Gemeinde El Mandarino, in Ituango-Antioquia und Jeisson Ramírez, Präsident des Vorstands für gemeinschaftliche Aktionen der Gemeinde Yet, in Putumayo.
Cauca im Angesicht der Gewalt gegen GewerkschaftlerInnen

Holman Mamian war Mitglied von ASOINCA und Dozent an der Bildungsinstitution für Landwirtschaft Santa Rita in der Gemeinde Vega, Cauca. Die Tat vollzog sich am 12. Juni, als Mamian sich auf dem Weg zu seiner Arbeit befand und von Männern angesprochen wurde, die anschließend sein Leben beendeten.

Im Einverständnis mit Mario Daza, Leiter von ASOINCA, befasste Mamian sich mit den gewerkschaftlichen Arbeiten, die Teil der Organisation sind. Aus diesem Grund vermutet Daza, dass der Mord mit seinem sozialen Aktivismus zusammenhängt. Zudem gab er zu verstehen, dass diese Taten sich im Cauca systematisiert haben: „Wir sehen, wie weiterhin soziale AktivistInnen, Bauern und Bäuerinnen ermordet werden, ohne dass die nationale oder regionale Regierung etwas dagegen unternimmt.“

Weiterhin Ermordungen von soziale AktivistInnen in Antioquia und Putumayo

Auf gleiche Weise bestätigen die Behörden von Ituango die Ermordung des Präsidenten des Vorstands für gemeinschaftliche Aktionen der Gemeinde El Mandarino, Francisco Guerra. Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Samstag, den 09. Juni, als Männer zu seiner Wohnung kamen und ihn mit mehreren Schüssen ermordeten.

Im Angesicht dieser Vorfälle haben verschiedene Organisationen zur Verteidigung von Menschenrechten im Antioquia Departement dringende Maßnahmen gefordert, hinsichtlich der Tatsache, dass mit diesem Homizid bereits neun MenschenrechtsverteidigerInnen in diesem Territorium umgebracht wurden.

Ebenso wurde auch der Präsident des Vorstands für gemeinschaftliche Aktionen der Gemeinde Yet, Jeisson Ramírez, am vergangenen 10. Juni in der ländlichen Gegend des Valle del Guamez im Putumayo Departement ermordet. Dies geschah, als Ramírez sich gerade mit seiner Partnerin in einem Geschäft befand.

Die EinwohnerInnen der Gemeinde sagten aus, dass dieser Vorfall in Verbindung mit verschiedenen Aktionen von Ramírez zur Verteidigung von Territorium stehen könnte.
Die Behörden äußerten, dass sie sich derzeit im Untersuchungsverfahren befänden.