uso_attentatSeit der Verkündigung des „definitiven“ bilateralen Waffenstillstandes Ende August, haben folgende Bedrohungen und Ermordungen gegen soziale Aktivisten, Indigene und Menschenrechtsverteidiger/innen stattgefunden:

Am Freitag dem 26 August 2016, drei Tage vor dem endgültigen Waffenstillstandes zwischen FARC-EP und der kolumbianischen Regierung, wird der 50 jährige Camilo Roberto Taicus Bisbicus, Awá-Indigene und Aktivist aus dem Resquardo Hoja la Turbia, ermordet.

Am selben Tag hat die Organisation „Construyendo Poder y Democracia“ (Herstellen von Macht und Demokratie), die Existenz eines Planes von kriminellen Vereinigungen zur Ermordung der Menschenrechtlerin Judith Maldonado, öffentlich denunziert.

Drei Tage später am 29. August, werden drei Mitglieder des Komitees zur Integration der Macizo Kolumbianer/innen ermordet: Joel Meneses Meneses, historische Führungsfigur der indigenen und kleinbäuerlichen Bewegungen aus der Region Almaguer, der zuvor bereits mehrere Mord-Drohungen erhalten hatte. Die anderen beiden ermorderten sind Nereo Meneses Guzmán, aus Procamina und Sprecher der Ortschaft Garbanzal, so wie Ariel Sotelo Aktivist aus der Gemeinde La Herradura.

Am selben Tag wird der Awá-Indigene Diego Alfredo Nastascuas aus dem Landkreis Llorente des Departements Narino ermordet.

Am 30. August 2016, parallel zu der Todeszeremonie von Diego Alfredo Nastascuas, werden die Brüder Luciano y Alberto Pascal Garcia, ebenfalls Awá indigene, im ländlichen Raum des Landkreis Llorente getötet.

Am 2. September: Die Bewegung der Opfer von Staatsverbrechen (MOVICE) Sektion Bogotá denunziert das ihr Mitglied Blanca Nubia Díaz die selbst Opfer ist, während des Aufbaus der Ausstellung zum jährlichen nationalen Gedenktag an die „Opfer und der gewaltsamen Verschwundenen“ mit einem Keramik-Messer bedroht wurde. Der Täter sagte zu ihr, „wenn du weitermachst mit dem stören, dann werden wir dich kleinhacken.“

Am selbigen Tag denunzierte die Assoziation Aheramigua (Hermandades Agrícolas y Mineras de Guamoco) aus Antioquia, dass ein ehemaliges Mitglied ihnen berichtete, dass die Paramilitärs Geldbeträge für die Auslieferungen ihres Vereinspräsidenten Maurico Sánchez anbieten würden. Dieser empfahl dem Präsidenten zudem, umgehend die Organisation zu verlassen, denn „dies Würde sehr gefährlich werden“.

Am 6. September: Die indigene Führungsaktivisten Cecilia Coicué aus Corinto (Departements Cauca) wird ermordet. Sie war zudem Mitglied der politischen Bewegung Marcha Patriotica, so wie in der Assoziation der Landarbeiter/innen für die „Reservas Campesinas“ (Konzept der bäuerliches Zonen) des Municipios Corinto aktiv. Des Weiteren ist sie Eigentümerin eines Grundstücks gewesen, das zur Rehabilitierung ehemaliger FARC-EP Mitglieder/innen vorgesehen ist – also dort wo demnächst eine der hochgesicherten Übergangszonen entstehen soll, wie sie im Friedensvertrag festgelegt worden sind.

Am 8. September denunziert die Gemeinde und die bäuerliche Assoziation „La comunidad y la Asociación de Campensina de Paz San José de Apartadó“ (eine Friedensgemeinde die von nationalen und internationalen Menschenrechtsorganisationen begleitet wird), eine paramilitärische Präsenz in den drei Gemeinden Arenas Altas, La Resbalosa und El Porvenir: Geschätzte 50 bewaffnete Männer mit Waffen von langer Reichweite der „Autodefensas Gaitanistas de Colombia“ (eine paramilitärische Organisation), welche Rufen, „wir sind gekommen um zu bleiben“.

Bereits einen Tag zuvor, am 7. September, begannen jene mit den ersten gewaltsamen Vertreibungen der Bevölkerung von ihrem Land

Am 9. September wird in Barbosa im Departements Antioquia, die 69 jährige Gemeindesprecherin María Fabia Jiménez, während einer Busfahrt in einem öffentlichen Nahverkehr erschossen.

11. Septemer 2016: Néstor Iván Martínez, Mitglied des kommunalen Rates der schwarzen Gemeinden in der Sierra, El Cruce und La Estación Conesice im zentralen Osten des Departements Cesar, wird ermordet. Zudem ist Nestór eine wichtige Führungsperson der politischen Bewegung Congreso de los Pueblos, so wie ein wichtiger Aktivist für den regionalen Prozess in der Verteidigung der Umwelt und Territoriums gegen den Bergbau gewesen .

Am selbigen 11. September 2016, klagt das staatliche Menschenrechtsprogramm „Somos defensores“ die Ermordung von Álvaro Rincón an, der im Gemeinde Aktionsrat von Patio Bonito, im Departments Sur de Bolívar aktiv gewesen ist.

Heute 13. September: Attentat auf Alex Castro von der nationalen Ölgewerkschaft USO, der dies glücklicher Weise überlebt hat. Alex Castro erhielt zuvor mehrmals Mitteilungen mit Beleidigungen und Morddrohungen auf sein Handy. Weitere Gewerkschaftsmitglieder aus der Region Barrancabermeja wurden in den letzten Tagen bedroht.

In dieser Liste sind nur die öffentlich bekannten Bedrohungs- und Mordfälle der letzten zwei Wochen. Es ist davon auszugehen, dass es weitere Vorfälle und Ereignisse solcher Art gegeben hat.

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