Die Nationale Sonderpolizei für die Guerilla- und Aufstandsbekämpfung „ESMAD“ attackiert zwei internationale Menschenrechtsbeobachter/innen in Casanare, Kolumbien

San Luis de Palenque – Casanare, 26. Januar 2018.

Die Organisation „COSPACC“ und das Netzwerk „Red de Hermandad y Solidaridad con Colombia – REDHER“ klagen öffentlich folgende Vorfälle an:

Aufgrund der Nichteinhaltung der Vertragsvereinbarung seitens der kanadischen Erdölfirma Frontera Energy, protestierten am 25. Januar bäuerliche Gemeinschaften friedlich im Landkreis San Luis de Palenque. Am späten Nachmittag zogen Einheiten der Spezialpolizei ESMAD auf, um die Protestierenden gewaltsam von der Landstrasse vor dem Bohrloch von Frontera Energy zu vertreiben. Im Zuge dieser Aktion beschossen sie die Versammelten mit Tränengas und bewarfen sie anschliessend mit Steinen. Dabei zielten sie mit voller Absicht auf zwei internationale Menschenrechtsbeobachter/innen welche die kolumbianischen Menschenrechtsbeobachter von COSPACC begleiteten. Ein Bauer wurde dadurch verletzt.

Der Vorfall ereignete sich obwohl die internationalen Menschenrechtsbeobachter/innen – die kanadische Staatsbürgerin JANNIS CHIARLE und der deutsche Staatsbürger PHILIPP CHRISTOPHER ALTGELD – sich dem Protokoll entsprechend durch ihre Westen deutlich als internationale Menschenrechtsbeobachter des REDHER zu erkennen gegeben hatten. Außerdem waren sie am Tag zuvor von der nationalen Polizei vor Ort auf ihre Identität überprüft und registriert worden. Zusätzlich waren sie wenige Minuten vor dem Angriff von den gleichen Einheiten des ESMAD registriert und abgefilmt worden.

Im Oktober des vegangenen Jahres hatte sich Frontera Energy gegenüber den betroffenen Bauern vertraglich zu verschiedenen kompensatorischen Massnahmen verpflichtet. Aufgrund der Nichterfüllung der Verträge haben diese Bauern seit dem 22. Januar eine permanente Protestversammlung einberufen, von der sie den Bürgermeister der Gemeinde zuvor in Kenntnis setzten. Auf Grund ihrer Erfahrungen aus vergangenen Protesten haben sie nationale und internationale Menschenrechtsorganisationen um Begleitung gebeten.

Von den zuständigen staatlichen Stellen verlangen wir eine umgehende Nachforschung, Identifizierung und Sanktionierung der Verantwortlichen. Die nationalen und internationalen Organisationen bitten wir um Unterstützung bei der Begleitung des Bauernprotests in San Luis de Palenque und darum, den kolumbianischen Staat zur Einhaltung von Menschen- und Versammlungsrechten aufzufordern.

REDHER
COSPACC
26. Januar 2017

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