Schlagwörter

, , , , ,

9. April 2018

Anlässlich des ‚Nationalen Tages des Gedenkens und der Solidarität mit den Opfern des bewaffneten Konfliktes, haben soziale Organisationen und Bewegungen an vielen Orten Kolumbiens Aktionen gegen die andauernde Gewalt durchgeführt. Die Aktionen stand unter dem Motto: Sozialer Aktivismus sollte kein Grund dafür sein, dass Menschen dazu verurteilt werden, ihr Leben oder ihre Freiheit zu verlieren.

Internationaler Aufruf

Nachdem in Kolumbien durch Verhandlungen ein Friedensabkommen zwischen der Regierung und der Guerilla FARC erreicht worden war, hätte man zumindest erwarten können, dass die Anzahl der Morde an sozialen Aktivist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen zurückgeht. Leider ist das Gegenteil der Fall, denn von einer Verminderung der Gewalt gegen soziale aktive Menschen kann keine Rede sein: Zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 1. März 2018 wurden nach Angaben der Defensoría del Pueblo – einer staatlichen Institution zum Schutz der Bevölkerung – 282 Aktivist*innen umgebracht. Im März 2018 und den ersten Tagen des Aprils sind schon 13 Morde bekannt geworden.

Auch wenn die Täter in vielen Fällen nicht ermittelt werden, so ist wegen der Systematik und der historischen Bedingungen in den Gebieten, in denen die Morde verübt werden, klar, dass dafür hauptsächlich paramilitärische Gruppen verantwortlich sind, die vom Staat protegiert werden oder von seiner Untätigkeit profitieren.

Doch das ist nicht die einzige Art und Weise auf die die Gemeinschaften und ihre Aktivist*innen unter Druck gesetzt werden. Der staatliche Sicherheits- und Justizapparat setzt Strategien der Kriminalisierung ein, mit dem Ziel die Organisationen und Gemeinschaften von Aktivist*innen zu schwächen und zu zerstören. Diese irregulären und kriminellen Maßnahmen zur Bekämpfung sozialer Bewegungen werden hauptsächlich in ländlichen Gebieten und vorwiegend gegen indigene Gemeinschaften, Bauern und Afro-Kolumbianerinnen eingesetzt.

Deshalb rufen unterschiedliche soziale und populare Organisationen, wie unter anderem der Congreso de los Pueblos, die Cumbre Agraria, die CUT, das Movimiento Comunal und Redpaz, für den 9. April zu Aktionen an verschiedenen Orten des Landes auf. An diesem ‚Nationalen Tages des Gedenkens und der Solidarität mit den Opfern des bewaffneten Konfliktes‘ wollen wir gemeinsam die kriminelle Politik des Staates sichtbar machen und anklagen.

An diesem Tag wollen wir die Morde und Anklagen gegen soziale Aktivist*innen in den Mittelpunkt stellen. Es gibt zwei Symbole, die unserer Meinung nach als gemeinsames Element zur Sichtbarmachung dieses Themas genutzt werden sollten: Särge können in Performances eingesetzt werden, um auf die Verantwortung des kolumbianischen Staates für die verübten Verbrechen hinzuweisen, sei es durch Handeln oder Unterlassung. Zweitens sollten die Slogans ‚Sozialer Aktivismus sollte uns nicht dazu verurteilen das Leben oder die Freiheit zu verlieren‘ und ‚Verbrechen und Verfolgung müssen jetzt aufhören‚ zur Wiedererkennbarkeit eingesetzt werden.

Wir laden alle Internationalist*innen dazu ein diesen Tag zu begleiten, die Bilder der Aktivitäten aus Kolumbien zu verbreiten, Solidaritätsaktionen in ihren Ländern zu organisieren und diejenigen, die sich in Kolumbien befinden, uns bei unseren Aktionen in Baranquilla, Barancambermeja, Cali, Bogotá oder Pasto zu begleiten.

Verbrechen und Verfolgung müssen jetzt aufhören

#SerLiderSocialNoEsDelito

#SozialerAktivismusIstKeinDelikt

#QueLaPazNoNosCuesteLaVida

#DassDerFriedenUnsNichtDasLebenKosten

 

Advertisements